Ein geschichtlicher Kurzabriss von CAD

Die Beziehung zwischen Hardware und Software war schon immer eine Symbiose. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Während sich eine Technologie weiterentwickelt, hält die andere Schritt.

Bei der Rückverfolgung von CAD bis zu seinen Ursprüngen in die 50er Jahre, wird deutlich, wie stark die Abhängigkeit von Hardware und Software war. Damals war es nur großen Unternehmen möglich Hardware in Form von Großrechnern zu entwickeln oder zu betreiben. Und wer sich in den 50ern Hardware anschaffte, hat sich auch gleich selbst um die Entwicklung der Software gekümmert. Der Ursprung von CAD liegt in der Entwicklung des Programmiersystems APT, womit Werkzeugmaschinen automatisiert wurden.

Kommerziell wurde CAD durch die Entwicklung von „Minicomputern“, die in den Anfängen noch so größer als Kühlschränke waren. Unternehmen konnte sich diese kleinere und modernere Variante des Computers leisten, wodurch die Entwicklung von CAD-Software an vielen Orten rasant vorangetrieben wurde. Es kamen verschiedene schlüsselfertige Produkte auf den Markt. So richtig durchstarten konnten CAD-Programme aber erst mit der Einführung von sogenannten „Mikrocomputern“, die uns heute als Personal Computers = PCs oder Workstations bekannt sind. Entscheidend für diese Art des Computers ist, dass er von nur einer Person bedient werden kann. CAD-Anwendungen konnten fortan die lokale Verarbeitungsleistung des Desktop-Computers nutzen, ohne dass ein zentraler Server erforderlich ist. Zwar war dadurch zunächst die Rechenleistung geschmälert, das änderte sich in den folgenden Jahren jedoch schnell.

Das Problem mit Mikrocomputern war aber noch, dass Daten nur lokal verwaltet werden konnten. Bei Großrechnern und Minicomputern hatten sich Anwender Zugriff auf die zentrale Datenverwaltung mit Terminals verschafft und somit alle die gleichen Daten vor Augen. PCs verursachten eine Dezentralisierung von Daten, der mit Client-/Server-Architekturen wieder entgegengewirkt werden musste.

Durch diese zweispurige Entwicklung haben Unternehmen heutzutage die Möglichkeit Hardware und Software selbst zu verwalten oder Cloud-Angebote zu nutzen. So entstanden die Begriffe On-Premise für Vor-Ort-Anwendungen und -Hardware und SaaS (Software as a Service) für vollumfassende Dienste in der Cloud bzw. für externe und Software-Dienste. Obwohl der Begriff SaaS nur das Wort Software beinhaltet, bedeutet diese Art des Dienstes, dass Sie auch ausgelagerte Hardware nutzen.

Die Bedeutung von On-Premise für Unternehmen

Aus betrieblicher Sicht gibt es sowohl Nachteile als auch Vorteile für On-Premise.

Vorteile

  • Alle Hardware- und Softwarekomponenten gehören dem Unternehmen und werden lokal verwaltet.
  • Das Unternehmen entscheidet über die Konfiguration und wann Upgrades und Systemänderungen durchgeführt werden.
  • Bei datensensitiven Anwendungen haben Sie die Kontrolle darüber, wo Ihre Daten gespeichert werden.

Nachteile

  • Unternehmen müssen mehrere Server, Netzwerke, Firewalls, VPN, Speicher, Backups und Disaster-Recovery-Pläne verwalten und warten.
  • Die Einrichtungen erfordern Serverräume mit ausreichender Stromversorgung, Kühlung, physischer Sicherheit und Brandschutz.
  • Software muss mehrmals im Jahr auf jedem Server und jeder Client-Workstation heruntergeladen, installiert, konfiguriert, lizenziert und aktualisiert werden.
  • Eine Vielzahl an IT-Fachleuten ist erforderlich, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, alle Systeme auf dem neuesten Stand zu halten und sicherzustellen, dass alle Benutzer dieselbe Version derselben Software verwenden.
  • Wenn dein Unternehmen über mehrere Standorte, Kontinente und Zeitzonen hinweg tätig ist, vervielfachen sich alle Kosten. Implementierungen dauern länger und Ausfallzeiten für Wartung oder Notfallwiederherstellung können ein gesamtes Unternehmen zum Stillstand bringen.

Viele Menschen glauben, dass das Speichern von Daten auf Unternehmensservern hinter der Unternehmensfirewall der einzige Weg ist, um sicherzustellen, dass vertrauliche Daten sicher sind, und der einzige Weg, um zu verfolgen, wo sich Daten befinden und wer Zugriff darauf hat. Diese Aussage ist nur wahr, wenn …

  • dein Unternehmen niemals Daten an externe Stellen wie Lieferanten oder Kunden sendet.
  • kein Mitarbeiter Daten auf dem eigenen Laptop speichert und das Gebäude mit dem Laptop verlässt, um Kunden zu besuchen oder von zu Hause aus zu arbeiten.
  • dein Gebäude keinen Internetzugang hat.

Sobald Daten die Sicherheit der Firewall verlassen haben oder du den Internet- und E-Mail-Zugriff auf den Computern deiner Mitarbeiter zulässt, sind alle Daten äußerst anfällig für Diebstahl, Viren und Ransomware.

Die Bedeutung von On-Premise für Konstrukteure

Konstrukteure, Ingenieure und Design sind heutzutage mehr als Entwickler von Produkten. Sie fungieren als Berater, besuchen Kunden und Lieferanten und arbeiten im besten Fall eng mit mehreren Geschäftsbereichen zusammen. Um all diese Aktivitäten störungsfrei ausführen zu können, benötigen Konstruktuere Produktentwicklungstools, mit denen sie jederzeit und überall auf ihre Daten zugreifen können, sowie Tools, mit denen sie problemlos mit anderen kollaborieren können.

On-Premise-Software erfordert On-Premise-Hardware oder zumindest einen Laptop, der leistungsfähig genug ist, um die Anforderungen ressourcenintensiver Design-Software zu erfüllen. Dies bedeutet normalerweise, dass ein Konstrukteur an einen Schreibtisch gebunden ist. Wenn Remote-Arbeiten erforderlich sind, müssen die Daten zuerst aus dem Unternehmensdepot ausgecheckt und auf eine lokale Festplatte oder ein externes Gerät kopiert werden. Möchte der Konstrukteur einen Kunden besuchen, müssen mehrere Überprüfungen durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass alle Daten vollständig kopiert wurden und die erforderliche Software installiert, lizenziert und auf dem neuesten Stand ist. Wenn diese Überprüfungen nicht vor dem Verlassen des Büros durchgeführt werden oder der Kunde ein anderes Projekt überprüfen möchte, hat der Konstrukteur möglicherweise eine verschwendete Reise hinter sich. Wenn die Daten zu einem Live-Projekt gehören, kann es sein, dass andere Kollegen im Büro aktiv Änderungen vornehmen und potenzielle Konflikte verursachen.

Vertrieb und Marketing möchten stets die neuesten Produktdaten in die Hände bekommen. Fertigungs- und externe Lieferanten benötigen Zugriff auf die neueste Version eines Teils. Das bedeutet in der Regel, dass der Konstrukteur seine Arbeit für die Auslieferung von Dateien, Screenshots und Zeichnungen unterbrechen muss. Dateien müssen gefunden, verpackt, mit Anweisungen dokumentiert und per E-Mail versendet werden. Dies sind alles zeitaufwändige, nicht wertschöpfende Aktivitäten, die den Mitarbeiter von der Arbeit am Projekt abhalten.

Die Zusammenarbeit mit Kollegen kann ebenfalls eine Herausforderung sein. Die Architektur von On-Premise-Software bedingt eine Arbeitsweise mit einer Person und einer Datei. Mit anderen Worten: Es kann immer nur eine Person gleichzeitig an einem Teil oder einer Baugruppe arbeiten. Dies führt zu Engpässen im Prozess, da jeder Designer darauf wartet, dass die anderen ihre Arbeit beenden, bevor sie mit der eigenen Arbeit beginnen können. Dieser serielle Workflow führt zu unnötigen Verzögerungen bei einem Projekt und zu unnötigen Frustrationen für alle Beteiligten.

Die Bedeutung von SaaS (Software as a Service) für die Produktentwicklung insgesamt

SaaS-Plattformen lösen die zuvor genannten On-Premise-Probleme. Anstatt Software auf die Server und Workstations deines Unternehmens herunterzuladen und zu installieren, wird auf die Anwendung und deine Daten über einen Webbrowser zugegriffen. Es gibt keine Einrichtungskosten, Wartungskosten oder Implementierungsverzögerungen. IT-Support ist nicht erforderlich, Software-Updates werden automatisch installiert und Ausfallzeiten sind zu vernachlässigen. Ein Webbrowser und ein Abonnement sind alles was benötigt wird.

Was die Verwendung einer SaaS-Plattform für den Konstrukteur bedeutet:

  • Sofortiger Zugriff auf alle Projektdaten von jedem Ort der Welt
  • Keine Installation von Software nötig
  • Unabhängiger Arbeitsplatz
  • Echtzeit-Kollaboration mit Kollegen

Mit einer SaaS-Plattform werden alle Datenverarbeitungsvorgänge remote in der Cloud ausgeführt. Es werden keine Daten lokal auf den Computer eines Benutzers übertragen oder heruntergeladen, wodurch vertrauliche Daten jederzeit sicher sind. SaaS-Anwendungen implementieren Sicherheitsmaßnahmen, die weit über das hinausgehen, was die meisten Unternehmen selbst implementieren oder sich leisten können.

Gibt es Nachteile von SaaS? Nur wenn du kein Internet hast. Die breite Verfügbarkeit von WiFi-, 4G- und 5G-Netzwerken macht dies jedoch weitaus weniger problematisch. Es ist viel wahrscheinlicher, dass du ohne deinen Desktop-Computer auskommst, als ohne Internetzugang und ohne Smartphone.

Wie bei jedem anderen geschäftskritischen Prozess verlagert sich die Produktentwicklung in die Cloud. Wenn du herausfinden möchtest, warum das so ist und die Wettbewerbsvorteile des Wechsels untersuchen möchtest, dann kontaktiere uns. Wir beraten dich, beantworten deine Fragen und führen bei Bedarf eine Live-Demo mit dir durch.

Quellen: https://www.onshape.com/cad-blog/saas-vs.-on-premise-product-development-tools-whats-the-difference

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